...sie laden mich ein, sie zu gestalten...sie gestalten sich selbst und mich mit...wir finden unsere Gestalt...

psycho

psycho_8Wenn ihn die große Gier packt, frisst er wie ein psycho_1Schwein - er nennt es Genuss.

Wenn er Spaß hat, wirft er sich auf den Boden, wälzt sich wild herum und lacht laut schallend ...ungeachtet der schrägen, erstaunten Blicke, die ihm zugeworfen werden - er nennt es Vergnügen.

Wenn er müde wird, legt er sein Werkzeug beiseite, legt sich gähnend auf den nächstbesten Platz, rollt sich zu einer dicken Kugel zusammen und schläft sofort ein - er nennt es Notwendigkeit.psycho_5

Wenn er sich ängstigt, gerät er außer Rand und Band, schreit laut auf, nimmt die Beine in die Hände, will rennen und fällt hin - er findet es furchtbar und wünscht sich Hilfe.

Wenn er sich freut, macht er Luftsprünge und schlägt Räder; wenn er sich über dich ärgert, brüllt er wie ein Stier, beschimpft dich wüst, schlägt gegen Wände und droht zu zerplatzen - er nennt es Gefühle und fragt dich, ob du blöd bist, wenn du dich erkundigst, was das zu bedeuten hat.

psycho_6Natürlich, es stimmt schon; er benimmt sich oft schlechter als schlecht, ungebührlich und verwerflich; du findest ihn eklig-abscheulich; sein Sein an sich scheint grundsätzlich unpassend und daneben - er nennt es sein Wesen.psycho_3

Unvereinbare Wahrnehmungen und Weltbilder prallen ungebremst und tösend auf-, eines davon bricht auseinander. Er passt nicht in diese Welt, die offenbar wirklich nicht für ihn gemacht ist - das nennt er Weh und Einsamkeit.

Du nennst ihn >psycho<... - er findet das gemein und ist verwirrt, denn er erlebt sich doch nur kreativ-gebührlich natürlich-kreatürlich.

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