...sie laden mich ein, sie zu gestalten...sie gestalten sich selbst und mich mit...wir finden unsere Gestalt...

nicht allein

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"Ist meine Welt vewirrend-irr oder doch einfach nur bunt-vielfältig?", fragt sie sich jeden Morgen, wenn sie in den Spiegel blickt, ihre acht Gesichter sucht und sie/sich sammelt. Ohne je eine Antwort zu finden, geht sie auf ihre tägliche Entdeckungsreise und beginnt zu zählen.

Die ersten vier findet sie immer gleich; bei Nummer fünf, sechs und sieben wird es schwieriger, aber es geht, zumal sie Übung darin hat. Das Achte zu entdecken ist trotz Routine jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung, ...welches auch immer das Achte ist... aber, eine/r ist nun mal der/die Letzte. Sie muss den Kopf drehen und wenden, die Augen zusammenkneifen, sich hoch konzentrieren, um es zu finden. Meist nimmt das sehr viel Zeit in Anspruch, die aber notwendig ist, denn vorher kann sie das Haus nicht verlassen. Unvorstellbar, es zu Hause zu lassen! Sie hätte keine Ahnung, was es den ganzen Tag triebe ohne ihre Kontrolle. Es könnte - je nachdem, wer es wäre - Schundromane lesen, den ganzen Tag verschlafen, den Garten verwüsten oder sogar ausgehen, sich betrinken und einen x-beliebigen Typen anlachen, den sie nicht leiden kann... Die Scham jedoch bliebe in jedem Fall bei ihr. Oder vielleicht hätte es Angst, fühlte sich einsam und verlassen, würde weinen und sich zitternd im Schrank verstecken. Auch die Angst würde an ihr kleben bleiben. Nein - sie kann es >nicht allein< lassen!

...und... es würde ihr auch sehr fehlen... für die Ganzheit ihrer bunten Vielfalt; sein Fehlen würde sie verwirrend-irr machen. ...und dennoch stellt sie sich jeden Morgen die gleiche Frage...

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